RA von Buttlar / Foto (2014): Sonja Macholl (focoloco)

RA von Buttlar / Foto (2014): Sonja Macholl (focoloco)

Rechtsanwalt für Kreative in Berlin

Raban von Buttlar

Vertragsgestaltung, Urheberrecht, Wettbewerbsrecht, Markenrecht, Kunst- und Meinungsfreiheit, Persönlichkeitsrecht

Wer bist du und warum bist du Anwalt geworden?

Hallo Community,

ich bin Raban von Buttlar, Jahrgang 79, geboren in München, aufgewachsen in Kiel, Jurastudium in Dresden und Potsdam, seit 2010 selbständiger Rechtsanwalt, von Anfang an spezialisiert auf die oben genannten Rechtsgebiete - weil ich diese am spannendsten finde. Anwalt bin ich aus Neugierde geworden (mich fasziniert die zivilisatorische Errungenschaft, eskalierte Konflikte nur mit Hilfe dieser merkwürdigen präzisen Sprache und innerhalb eines auf den Grundrechten basierenden Rechtssystems zu lösen). Außerdem hatte ich immer Spaß an eigenen Video-, Musik- und App-Produktionen und brauchte für deren Produktion vertiefte Kenntnisse in diesen “Kreativ”-Rechtsgebieten.
 

Wobei kannst/willst du Freelancern helfen?

Ich kann und will Freelancern dabei helfen, sich ihre Arbeitswelt mit Hilfen von klar strukturierten Verträgen ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Vielen Menschen ist nicht klar, wie gut sie mit Verträgen ihre Zukunft “scripten” können. Bevor man Verträge aufsetzt, sollten sich alle an einem Projekt Beteiligten darüber im Klaren sein und deutlich kommunizieren, was sie aus welchem Grund (und in welchem Zeitrahmen, zu welchem Preis usw.) konkret von den anderen erwarten. Jeder Vertragspartner sollte in der Lage sein zu erklären, wie die Zusammenarbeit im Idealfall aussähe - und welche Bedeutung die Verwirklichung dieses Ideals für sie oder ihn hätte. Auch bei diesem Klärungsprozess bin ich als ausgebildeter Mediator gerne behilflich. Mein Ziel ist es, im Rahmen eines “antizipativen Konfliktmanagements” alle potentiellen Reibungspunkte durch transparente und faire Verträge bereits im Vorfeld so zu entschärfen / zu lösen, dass sich alle auf ihre Arbeit konzentrieren und kreativ sein können - anstatt durch schwelende oder ausbrechende Streitigkeiten ihre Zeit, ihr Geld und ihre Energie zu verschwenden.

 

Außerdem helfe ich gerne Menschen, die unfair behandelt wurden, dabei, ihre Rechte durchzusetzen. D.h. ich treibe offene Forderungen ein (wenn z.B. ein Fotograf entgegen der Absprache nur für fünf anstatt für zwanzig Produktfotos bezahlt wird), ich mahne Urheberrechtsverletzungen ab (wenn z.B. eine Illustration nicht nur vereinbarungsgemäß für eine kleine Printauflage, sondern über Jahre hinweg Online genutzt wird), sorge dafür, dass peinliche und heimlich aufgenommene Fotos von Personen aus dem Netz verschwinden (wenn die Abgebildeten z.B. deshalb gemobbt werden) oder verteidige Blogger gegen Politiker, die sich z.B. durch die Satire eines Bloggers verunglimpft sehen. In Robe vor Gericht im Verhandlungssaal zu stehen und zu argumentieren und zu kämpfen (und den gegnerischen Anwalt zu ärgern) macht mir Spaß.

Ich bin nicht dafür zu haben, Verträge zu bauen, mit denen andere Menschen über den Tisch gezogen werden sollen. Ich nehme auch keine Mandate an, bei denen es nur darum geht, aus Rache den größtmöglichen Schaden bei der Gegenseite anzurichten.

Sehr befriedigend finde ich die Arbeit als Mediator. Mediation ist immer dann gut, wenn die Konfliktparteien ein Interesse daran haben, aus eigener Kraft (aber mit Anleitung und Hilfestellung des Mediators) vernünftige, gesichtswahrende und vor allem: einvernehmliche Lösungen für ihre gemeinsamen Probleme zu finden. Gerade wenn man auch in Zukunft wirtschaftlich miteinander zu tun hat, macht dieser Weg oft eher Sinn, als der klassische Gerichtsprozess. Günstiger ist es auch oft. Und nochmals: Man kann eine Mediation auch schon als “antizipatives Konfliktmanagement”  zu Beginn eines gemeinsamen Projekts durchführen - also bevor ein Konflikt zu Tage tritt - mit dem Ziel, einen optimalen Vertrag zu bauen, der die Bedürfnisse aller Beteiligten abdeckt.

Als Freelancer hat man oft angst vor großen Rechnungen.
Wie läuft das bei dir generell ab?

Was es bei mir kostet? Ich treffe mich mit potentiellen Mandanten zum Gespräch, bei mir in der Kanzlei oder z.b. bei einem Kaffee oder Mittagessen. Da schaut man erstmal, ob die Chemie stimmt. Wenn nicht (oder auch wenn weil ich zuviel zu tun habe oder es nicht mein Rechtsgebiet ist)  empfehle ich einen Kollegen. Wenn es dem Grunde nach passt, kläre ich über die Kosten auf. Wenn es zu teuer ist, geht es halt nicht. Manchmal zB wenn es darum geht, dass eine schlimme Rechtsverletzung, zB von Persönlichkeitsrechten, ganz schnell beseitigt werden muss - wird eine Ratenzahlung vereinbart.

Was sind so typische Fehler, auf die Freelancer meist nicht achten? Die aber wirklich wichtig wären.

Typischer Fehler: Unklare Absprachen, die sich im Ernstfall nicht beweisen lassen. Weitreichende nicht durchdachte Deals per Handschlag in der Euphorie des ersten Kennenlernens. Fehlende Klarheit über die gegenseitigen Erwartungen, d.h. die konkreten jeweiligen Rechte und Pflichten. Verträge, die ohne vorheriges Durchlesen und Verstehen blind unterzeichnet werden. Verlust von sämtlichen Nutzungsrechten ohne vernünftige Gegenleistung. Überhaupt: Unklarheit über den Umfang von Nutzungsrechteeinräumungen. Unklarheiten über die Urhebernennung. Fehlende Absprachen zu Überarbeitungsschleifen (und deren Kosten) und zu Weiterbearbeitungsrechten.

Plumpe Übernahmen fremder kreativer Leistungen durch Freelancer kommen eher selten vor. Das machen eher die Betreiber von Webseiten, die Content brauchen, dafür aber nicht bezahlen wollen.